Frauenpower trotz ms
Gesundheit

Leben mit Multiple Sklerose – Interview mit Frauenpower trotz MS

Im Interview hat mir Caro vom Blog Frauenpower trotz MS verraten, was sich hinter der Krankheit MS verbirgt, wie sie damit umgeht und was sie Betroffenen rät. Hilfreiche Tipps zum Thema MS und vieles mehr, gibt es in diesem Interview!

Gesundheit ist etwas, dass wir erst zu schätzen wissen, wenn sie nicht mehr da ist. Ich bin 21 und außer ein paar Wehwehchen geht es mir gut. Für mich ist das selbstverständlich. Natürlich sehe ich bei meinen (Ur-)Großeltern, dass das nicht für immer so bleiben wird. Doch wie bereits erwähnt, ich bin 21 und bis dahin habe ich noch viel Zeit. Dabei vergesse ich immer wieder, dass nicht nur ältere Menschen von schweren Krankheiten betroffen sein können.

Es gibt Menschen, die bereits in jungen Jahren gegen schwere Krankheiten kämpfen müssen und auch welche, die eine Krankheit ihr ganzes Leben lang behalten. Ich habe größten Respekt vor denen, die trotz Krankheit immer wieder aufstehen und ihre Lust am Leben nicht verlieren.

So ein Mensch ist auch Caro. Caro leidet an MS und teilt ihr Wissen und ihren Umgang mit der Krankheit auf ihrem Blog „Frauenpower trotz MS“. Ich finde der Blogname beschreibt Caro auch schon ziemlich gut. Sie hat ihre beiden Kinder trotz Krankheit alleine großgezogen, ist Autorin mehrerer Bücher und zeigt mit ihren Reiseberichten regelmäßig, dass man sich trotz Krankheit seine Träume erfüllen kann. Aber genug drum herum geschrieben, hier kommt Caro

Bitte einmal vorstellen!
Ich bin Caro, 54 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Ich habe MS und darüber schreibe ich auch Bücher und auf meinem Blog. In meiner Freizeit gehe ich gerne ins Kino, ins Theater und zum Klettern mit Handicap.

caro frauenpower trotz ms
Das ist Caro

Worüber schreibst du genau auf deinem Blog?
Ich schreibe über den Umgang mit der Krankheit MS, teile meine Erfahrungen und gebe Tipps für Betroffene und Angehörige. Eines meiner Herzensthemen ist auch das Thema Ernährung. Durch meine Ernährungsumstellung auf eine antientzündliche Ernährung geht es mir mittlerweile recht gut. Auch durch Nahrungsergänzungsmittel unterstütze ich meinen Körper. Eine Therapie mache ich mittlerweile nicht mehr. Und mit meinem Wissen darüber, möchte ich anderen helfen. Ein weiteres Thema, dass mir sehr am Herzen liegt, ist das Reisen. Denn das geht auch mit Handicap! Dazu findest du auch ein paar Beiträge auf dem Blog.

Was ist MS eigentlich?
MS steht für Multiple Sklerose und ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Diese Krankheit ist eine Autoimmunerkrankung, das heißt, dass das eigene Immunsystem den Körper angreift und damit Nervenzellen zerstört. Dadurch kommt es zu Lähmungserscheinungen, kognitiven Störungen, unkontrollierte Bewegungen einzelner Körperteile und vielen weiteren Symptomen.

Wie hat sich deine Krankheit entwickelt?
Die ersten Symptome hatte ich bereits 1995, aber diagnostiziert wurde MS bei mir erst 2004. Die ersten 6 Jahre war die Krankheit hochaktiv und es ging mir sehr schlecht. Nach einem Therapiewechsel ging es mir aber besser und mittlerweile geht es mir sogar ohne Therapie ganz gut. Ich bin nun im sekundär progredienten Verlauf.

Welche Einschränkungen hast du durch deine Krankheit?
Meine Laufstrecke liegt mittlerweile nur noch bei 100-500m, weshalb ich bei längeren Strecken einen Rollstuhl benutze. Dazu kommen Spastiken, kognitive Störungen, Fatigue und Blasenschwäche. Und so eine Krankheit stellt natürlich auch etwas mit der Psyche an. Depression ist eine typische Begleiterscheinung, unter der ich auch leide.

Caro frauenpower trotz ms
Caro benötigt mittlerweile Hilfsmittel zum Laufen

Welche Hilfsmittel verwendest du im Alltag?
Wie bereits erwähnt, weiß ich meinen Rollstuhl zu schätzen. Ansonsten benutze ich nicht viele Hilfsmittel, sondern passe meinen Alltag organisatorisch an die Krankheit an. Ich gönne mir viele Ruhepausen und streiche auch mal Termine, wenn mein Körper mir sagt, dass es grade zu viel ist. Außerdem besuche ich eine Selbsthilfegruppe, denn der Austausch mit Gleichgesinnten bringt mir viel.

Was rätst du Personen, die grade die Diagnose MS erhalten haben?
Jeder tickt anders, deshalb ist es sehr schwer, einen allgemeinen Rat zu geben. Am Anfang sollte man sich viel Zeit nehmen, um sich mit der Diagnose auseinander zu setzen. Man kann sich bei Fragen gerne an einen Arzt wenden oder ein Fachbuch lesen. Das Internet würde ich mit Vorsicht genießen, da wird vieles dramatisiert. Anschließend sollte man sich überlegen, was man selber verändern kann, um besser mit der Krankheit leben zu können. Aber jeder reagiert anders auf so eine Diagnose und braucht unterschiedlich lange für diesen Prozess.

Für Caro haben sich durch ihre Krankheit neue Wege erschlossen – wie zum Beispiel das Klettern mit Handicap

Wie kam es zu deinem ersten Buch über MS?
Mein erstes Buch heißt „Frauenpower trotz MS“. Damals wollte ich mir einfach alles von der Seele schreiben. Das hat mir geholfen besser mit meiner Krankheit umzugehen und außerdem konnte ich so mein Wissen zu MS weitergeben. Zu diesem Zeitpunkt gab es nämlich kaum Bücher zu dieser Krankheit und das wollte ich ändern. Ist mir auch ganz gut gelungen, denn mittlerweile habe ich schon einige Bücher veröffentlicht und ich habe nicht vor damit aufzuhören.

Wie ist dein Blog entstanden?
Den Blog habe ich vor 7 Jahren gestartet, aber so richtig aktiv bin ich damit erst seit 2 Jahren. Ich wollte einfach mein Wissen weitergeben und Menschen erreichen, die ich durch meine Bücher nicht erreichen konnte. Außerdem gibt es auf dem Blog direktes Feedback und das hilft auch mir.

Welches Feedback erhältst du denn auf dem Blog?
Bisher gab es nur positives Feedback. Mir werden sehr oft Fragen von Betroffenen und Angehörigen gestellt und ich freue mich jedes Mal, wenn ich anderen mit meinen Erfahrungsberichten behilflich sein kann. Durch den Blog habe ich auch schon einige andere MS Blogger kennengelernt, mit denen ich mich gerne austausche.

Möchtest du noch etwas loswerden?
MS ist nicht das Ende des Lebens. Wenn man so eine Diagnose bekommt ist das ein Schock. Die Diagnose kann aber Gewissheit bringen, weil man endlich weiß, was das Problem ist. Je nach Ausmaß der Krankheit muss man vielleicht auf Kleinigkeiten verzichten, aber dafür kommen auch neue Freuden dazu. Also nicht den Kopf in den Sand stecken!

Vielen Dank für das informative Interview!

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Du willst mehr über MS wissen?
Dann kommst du hier zu Caros Blog!
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