Von Mir Für Dich

Wie Kooperationspartner mit Bloggern umgehen (sollten)

Als ich mit meinem Reiseblog gestartet habe, haben mich viele Bekannte gefragt, ob ich denn jetzt nur noch umsonst reisen würde. Wenn ich dann mit nein geantwortet habe, haben sich viele gewundert und nachgefragt: „Aber so machen das die Blogger doch, oder?“

Genau dieses Klischee begegnet mir im Bloggeralltag immer wieder. Blogger reisen umsonst, Blogger essen umsonst und beim Shoppen werden die Klamotten und Beautyprodukte natürlich gesponsert.
Ja, es gibt solche Blogger. ABER das sind nur wenige von hunderten und diese müssen auch eine Gegenleistung für ihre „Geschenke“ erbringen. Und bis eine Kooperation tatsächlich zustande kommt, müssen sich viele Blogger mit unverschämten Anfragen herum schlagen.

Darüber habe ich auch mit der lieben Elise von Hier und Text im Interview geredet und als sie den Artikel „Aus dem Leben einer Bloggerin: Der Wunsch nach Wertschätzung“ bei der bunten Christine gefunden hat, hat sie mir gleich den Link geschickt. In diesem Artikel hat die bunte Christine unverschämte Kooperationsanfragen gesammelt und kommentiert. Diesen Artikel habe ich zum Anlass genommen, um mir selber einige Gedanken zu diesem Thema zu machen und die folgen jetzt!

Bloggen ist Arbeit

Auch wenn mein Blog „nur“ mein Hobby ist, stecke ich viel Zeit und Mühe in ihn und so geht es vielen Bloggern. Von einem Großteil der Arbeit bekommt der Leser gar nichts mit, denn ihn interessiert nur das Endprodukt und das ist ja auch OK so. Potentielle Kooperationspartner sollten sich jedoch Gedanken darüber machen, wie viel Arbeit in einem einzigen Blogpost steckt. Und dabei ist es ganz egal, wie viele Abonnenten, Follower oder Likes der Blog hat – der Arbeitsaufwand für einen Post ändert sich dadurch nicht! Ich zum Beispiel arbeite ungefähr 6-8 Stunden an einem Interview. Und ganz egal ob ich jetzt 100, 1.000 oder 10.000 Leser habe, diese 6-8 Stunden werde ich trotzdem für ein Interview aufwenden müssen.

Wertschätzung

Jeder Blogger sollte Wertschätzung für die von ihm erbrachte Leistung bekommen, insbesondere von Kooperationspartnern. Diese Wertschätzung kann neben der Bezahlung auf ganz unterschiedliche Arten erfolgen. Ich finde es wichtig, dass Kooperationsanfragen auf Augenhöhe erfolgen. Wenn mir jemand im „wahren“ Leben überheblich begegnen würde, hätte ich absolut keine Lust mit ihm zusammen zu arbeiten und so ist es auch online. Man sollte seinem gegenüber online immer so begegnen, wie man ihm auch persönlich begegnen würde. Das gilt nicht nur für Kooperationspartner, sondern auch für Blogger!

Zudem sollte sich der potentielle Kooperationspartner vor der Kooperationsanfrage ausreichend über den Blogger und seinen Blog informieren. Ich HASSE es, wenn ich mit falschem Namen angesprochen oder angeschrieben werde. Ja, sowas passiert schon mal und ist mir auch schon mal bei meinen Interviewanfragen passiert, aber wenn man nach der fünften E-Mail seinen gegenüber immer noch mit dem falschen Namen begrüßt, ist es einfach nur noch peinlich! Außerdem ist eine Kooperation nur dann sinnvoll, wenn das zu bewerbende Produkt wirklich zum Blog passt. Dabei kann eine Kooperation mit einem Blogger, der nur 1.000 Abonnenten hat, viel sinnvoller für ein Unternehmen sein, als eine Kooperation mit einem Blogger, der 10.000 Abonnenten hat, wenn genau dieser Blogger das Produkt repräsentiert. Aber das sehen manche Unternehmen leider anders und es wird wahrscheinlich auch noch dauern, bis sie das erkennen.

Blogger sind Rudeltiere

Auch wenn Blogger den Großteil ihrer Arbeit alleine bewältigen, ist der Austausch unter Bloggern bemerkenswert! Und genau das sollten auch Kooperationspartner bedenken. Denn wenn erst einmal ein paar Blogger von dem selben Unternehmen eine unverschämte Kooperationsanfrage erhalten haben, spricht sich das schnell in der Bloggerszene rum. Dadurch werden andere Blogger Kooperationsanfragen dieses Unternehmens wahrscheinlich ignorieren und dem Unternehmen entgehen potentielle Kunden. Denn auch wenn es viele Unternehmen nicht zugeben wollen, ist der Marktwert vieler Blogger sehr hoch und Influencermarketing kann den Umsatz eines Unternehmens nachhaltig steigern.

Was ich mir für Kooperationen wünsche

Ich wünsche mir, das Blogger ihren Wert erkennen.
Kein Blogger sollte sich von einem potentiellen Kooperationspartner schlecht behandeln lassen oder sich unter Wert verkaufen.
Ich wünsche mir, dass sich mehr Blogger wie Christine von die bunte Christine verhalten und sich öffentlich gegen unverschämte Anfragen wehren, denn nur so werden Unternehmen ihr Verhalten gegenüber Bloggern langfristig verändern.

Und ich wünsche mir, dass mehr Blogger zusammenarbeiten.
Gemeinsam sind wir stark und können uns wehren. Gemeinsam werden wir aber auch interessanter für wohlwollende Kooperationspartner, die nicht in einzelne Blogs mit geringer Reichweite investieren wollen oder können. Es gibt bereits Zusammenschlüsse, wie die Reiseblogger Berlin, die sich regelmäßig treffen und austauschen und durch die auch schon gemeinsame Kooperationen (zum Beispiel eine exklusive Führung im Schloss Sansoucci) zustande gekommen sind.
Die geballte Reichweite mehrerer Blogger nutzt auch Max bei seinen Blogger WGs, um potentielle Kooperationspartner zu überzeugen.
Du siehst, gemeinsam können Blogger mehr erreichen, was auch einer der Gründe dafür ist, wieso ich den Bloggerstammtisch gegründet habe.

Noch ein letztes Anliegen

Liebe Blogger, wir können uns nur über das unverschämte Verhalten von potentiellen Kooperationspartnern beschweren, wenn wir uns nicht genauso verhalten. Also benehmt euch Kooperationspartnern gegenüber bitte so, wie ihr selbst auch behandelt werden wollt!

Den Artikel von der bunten Christine findest du übrigens hier

Liebe Grüße

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.